HAT IHR HUND ZAHNSCHMERZEN?

 

Rund 75 % aller Hunde leiden unter Parodontitis (Verhaert) und 80 % aller Kleinhunde älter als 5 Jahre haben bereits fortgeschrittene Parodontitis mit Knochenschwund (Hamp). 

 

Parodontitis, oft auch als Parodontose bezeichnet,
ist eine Entzündung bzw. Infektion vom Zahnhalteapparat.

 

Die wenigsten Hunde zeigen Anzeichen von Zahnproblemen oder Zahnschmerzen. Wer in der Natur nicht frisst, der stirbt. Also leiden unsere Hunde im Stillen. Mit der folgenden Liste können Sie prüfen, ob ihr Hund Anzeichen einer Mundhöhlenerkrankung hat.

  1. Hat Ihr Hund Mundgeruch? Oft ist dies das erste Anzeichen einer Parodontitis.

  2. Hat Ihr Hund rotes Zahnfleisch oder stellenweise blutigen Speichel? Finden Sie am Napf oder an den Kauspielzeugen Blut?

  3. Sind einige Zähne verfärbt, abgebrochen oder locker?

  4. Mag Ihr Hund plötzlich bestimmte Kauspielzeuge nicht mehr?

  5. Schreit Ihr Hund beim Gähnen, während oder nach der Futteraufnahme? Lässt er Futter fallen oder kaut plötzlich einseitig?

  6. Zeigt Ihr Hund Unwillen, am Kopf angefasst/gestreichelt zu werden?

Konnten Sie mindestens eines dieser Fragen mit „Ja“ beantworten, besteht die Möglichkeit, dass Ihr Liebling von einer Mundhöhlenerkrankung betroffen ist. Lassen Sie bitte Ihren Hund von einem Zahnspezialisten untersuchen.
Kein Hund sollte unter Zahnschmerzen leiden müssen!


Häufige Hundekrankheiten


Die häufigsten Mundhöhlenerkrankungen unserer Hunde:
 

  

- Abgebrochene Zähne
- Abrasionsgebiss/ Zahnabnutzung

- Akute nekrotisierende gingivitis (ANUG)/ Trench mouth

- Anodontie/ Zahnlosigkeit
- Bleibende Milchzähne
- Hyperdontie/ Überzählige Zähne

- Karies

- Kiefer-, Zungen- und Tonsillenzubildungen

- Kieferfrakturen
- Resorptive Läsionen
- Retinierte und impaktierte Zähne
- Speicheldrüsenzysten, -steine

- Stöckchenverletzungen 
- Wurzelspitzenabszesse und Zahnfisteln
- Zahn-/Kieferfehlstellungen
- Zahnstein, Gingivitis, Parodontitis
- Zysten

 

Dieser Bereich befindet sich noch im Aufbau. 
Es folgen Erklärungen sowie Abbildungen der Erkrankungen.


Prophylaxe

 WAS PASSIERT BEI DER PROFESSIONELLEN ZAHNREINIGUNG?

 

Sinn der professionellen Zahnreinigung ist eine gründliche Reinigung und Untersuchung aller Zähne. Hierfür ist eine Narkose unumgänglich, da man selbst beim nettesten Hund im wachen Zustand keinen Zugang zu den hintersten Backenzähnen hat. Dementsprechend sollten Nutzen und Risiken mit einem Spezialisten besprochen werden. Liegen weitere Auffälligkeiten vor, können die Zähne zeitgleich geröntgt werden und bei Bedarf andere Zahneingriffe vorgenommen werden.

 

Bei der professionellen Zahnreinigung werden zuerst alle harten und weichen Zahnbeläge entfernt. Eine besondere Aufmerksamkeit gilt der Reinigung unterhalb vom Zahnfleischrand. Im Anschluss werden die Zähne poliert, um die Zahnstruktur zu glätten und somit eine Neuansiedlung von Bakterien zu verzögern. Ganz zuletzt erfolgt die Fluoridierung der Zähne, da es die Remineralisierung der Zähne fördert, das Bakterienwachstum hemmt und der Kariesprophylaxe dient.

 

WAS KANN ICH ZUHAUSE MACHEN?

 

Gemessen am Menschen haben die meisten Hunde glücklicherweise eine günstige Speichelzusammensetzung und der größere Abstand zwischen den einzelnen Zähnen verzögert das Anlagern von Zahnbelägen. Dennoch sollte man sich nicht alleine darauf verlassen. Die beste Prophylaxe ist und bleibt das Zähne putzen- auch beim Hund! 

 

Insbesondere das Zahnputztraining mit dem Junghund ist erfolgsversprechend. Stellen Sie im Vorfeld sicher, dass keine Schmerzen im Mund vorhanden sind. Auch der Zahnwechsel tut weh. Das Training zum Zähneputzen beginnt mit einer vertrauten Liebkosung, dem Streicheln am Kopf. Tun Sie dies aber viel bewusster und langsamer als gewöhnlich. Streicheln Sie die Lippen und gleiten Sie auch am Zahnfleisch entlang. Nach einer Eingewöhnungszeit fangen einige Hunde an, diese Zahnfleischmassage zu genießen.

Erst wenn das bewusste Streicheln gelingt, fängt man mit einer weichen Zahnbürste oder einem Fingerling an. Manche Menschen finden es leichte mit einer umgebogenen Interdentalbürste oder einem Wattestäbchen zu bürsten. Sparen Sie weder an Lob, noch an Zeit. Beenden Sie das Training möglichst, bevor Ihr Hund anfängt, sich zu wehren!

Erst wenn sich Ihr Hund daran gewöhnt hat, verwendet man Zahnpasta. Diese muss fluoridfrei sein und darf nicht schäumen. Es gibt spezielle Hundezahnpasta, aber sollte Ihr Hund einen empfindlichen Magen haben, ist eine fluoridfreie Zahncreme aus einem Biomarkt (z. B. mit Aloe Vera) eine sinnvolle Alternative. Fangen Sie zuerst mit den Fangzähnen an und gehen dann auf die vorderen Backenzähne über.

Wichtig: Die Schneidzähne und die hinteren Backenzähne sind besonders empfindlich!

 

Probieren Sie es einfach aus! Es wäre doch schön, wenn Sie somit den Gang zum Tierzahnarzt verhindern könnten. 

  

Weigert sich Ihr Hund standhaft, sich die Zähne putzen zu lassen, sollten Sie vielleicht zumindest einen monatlichen Zahn-Check machen. Somit können Sie regelmäßig prüfen, ob noch alles in Ordnung ist.

 


Narkose

Grundsätzlich sollte die Devise bei jedem Eingriff immer lauten: so schonend wie möglich, so wenig invasiv wie nötigEine Narkose ist immer ein invasiver Eingriff, sodass gründliche Voruntersuchungen notwendig sind. Durch sie kann das Narkoserisiko deutlich gesenkt werden.

 

Bei meinen Zahnbehandlungen folge ich den Vorgaben von WSAVA (WSAVA Global Dental Guidlines) und bei der Durchführung meiner Narkosen orientiere ich mich an den Richtlinien der AAHA  (Guidelines of the American Animal Hospital Association).

 

Diese beinhalten:

  • Auswahl einer möglichst stressfreien Variante des Einschlafens. Diese variiert von Patient zu Patient. Der Einsatz einer Kombination von Medikamenten ermöglicht eine möglichst geringe Menge an Narkosemitteln.

  • Venenzugang legen, sowohl für die Infusionstherapie als auch für mögliche Akutmaßnahmen.

  • Überwachung der Grundwerte durch ausgebildetes Personal.

  • Inhalationsnarkose zur augenblicklichen Steuerung der Narkosetiefe. Zusätzlich verhindert diese, dass Bakterien während des Eingriffs eingeatmet werden und gewährleistet, falls nötig, eine sofortige Beatmung des Patienten.

  • Betreuung in der Aufwachphase.

  • Abhängig vom Eingriff, intra- sowie postoperative Schmerztherapie.